Ansichten

Es gie­bt nur ein per­spek­ti­vi­sches Se­hen, nur ein per­spek­ti­vi­sches „Er­ken­nen“; und je mehr Af­fek­te wir über ei­ne Sa­che zu Wor­te kom­men las­sen, je mehr Au­gen, ver­schied­ne Au­gen wir uns für die­sel­be Sa­che ein­zu­set­zen wis­sen, um so voll­stän­di­ger wird un­ser „Be­griff“ die­ser Sa­che, uns­re „Ob­jek­ti­vi­tät“ sein.
Fried­rich Nietz­sche
Gra­fik: Vol­ker Ho­mann

… sind hier ver­sam­mel­te Ge­dan­ken zu Po­li­tik und Ge­sell­schaft: Be­ob­ach­tun­gen, Ein­ord­nun­gen, manch­mal auch un­be­que­me Fra­gen. Es geht um das Zeit­ge­sche­hen, um Ent­wick­lun­gen, die nach­denk­lich ma­chen oder zum Wi­der­spruch rei­zen. Nicht als ab­schlie­ßen­de Ur­tei­le, son­dern als Bei­trä­ge zu ei­ner De­bat­te, die uns al­le be­trifft.

Man­che Tex­te ent­ste­hen aus An­läs­sen, die ge­ra­de durch die Me­di­en ge­hen. An­de­re grei­fen The­men auf, die un­ter der Ober­flä­che schwe­len oder in der öf­fent­li­chen Dis­kus­si­on zu kurz kom­men. Ge­mein­sam ist ih­nen der Ver­such, ge­nau­er hin­zu­schau­en — und da­bei auch die ei­ge­ne Po­si­ti­on zu hin­ter­fra­gen.

Wer hier liest, darf Wi­der­spruch emp­fin­den. Das ist nicht nur er­laubt, son­dern er­wünscht. Denn po­li­ti­sche wie kul­tu­rel­le Aus­ein­an­der­set­zung lebt vom Aus­tausch un­ter­schied­li­cher Per­spek­ti­ven, nicht von fer­ti­gen Ant­wor­ten. Die­se Tex­te ver­ste­hen sich als Ge­sprächs­an­ge­bo­te, nicht als letz­te Wor­te.