Konzentration: Hingabe ohne Selbstaufgabe.
Flow: Wenig Selbstvergessenheit, viel selbst-Sein: Da sein.
Autor: Volker Homann
Die Verlegenheit vor dem Positiven
Gute Gefühle können einen in die Falle führen. Dankbarkeit und Demut gelten als Tugenden der Bescheidenheit; doch hinter ihrer alltäglichen Form verbirgt sich eine Struktur, die genauer hinsehen lässt: Sie setzen eine Hierarchie voraus, die sie selbst errichten. Der Essay fragt, welches Grundgefühl beiden zugrunde liegt — und wie man mit der Verlegenheit umgeht, die entsteht, wenn man es ohne Adressaten stehen lässt.
Denkzettel 575
Je differenzierter (ein) Mensch sein/ihr/sein Dasein vernehmen kann, desto einzigartiger wird sie/er/es sich erleben.
Für Individualist_innen eher ein Gewinn, für Dividualist_innen eher ein Problem.
Denkzettel 574
Philosophieren als Schule, Übung des differenzierenden Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens, Spürens, Empfindens. Eine ewige Übung ohne Abschließbarkeit. Und so nicht auf der Suche nach (der) Wahrheit, dafür (Er-)Finden von Differenzen.
Meint: Unterschiede machen. Ohne dabei Vorzüge … Weiterlesen➜
Denkzettel 573
Wer die Wahrheit erklären können will, hat das Wahr-sein wahrscheinlich nicht verstanden.
Zitat 143
Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet ist.
Narziss und die andere Selbstliebe
Narziss stirbt am Spiegel. Die andere Selbstliebe hat kein solches Ende. Der Mythos lebt vom Scheitern — und genau darin liegt seine Kraft: Was aus dem Gleichgewicht gerät, bekommt eine Geschichte. Was gelingt, bekommt Begriffe. Diesem Gefälle zwischen Erzählen und Denken geht der Essay nach und fragt, was es bedeutet, dass das Gelingen so still bleibt.
Zitat 142
Der Vergleich ist der Kern allen Unglücks. Er darf nie der Motor sein, etwas zu tun.
Denkzettel 572
(Auch) Den Willen walten lassen, statt (nur) das Wollen tun lassen.
Denkzettel 571
Der Geist ist am vollsten, wenn er leer ist.

