Die Verlegenheit vor dem Positiven

Gute Gefühle können einen in die Falle führen. Dankbarkeit und Demut gelten als Tugenden der Bescheidenheit; doch hinter ihrer alltäglichen Form verbirgt sich eine Struktur, die genauer hinsehen lässt: Sie setzen eine Hierarchie voraus, die sie selbst errichten. Der Essay fragt, welches Grundgefühl beiden zugrunde liegt — und wie man mit der Verlegenheit umgeht, die entsteht, wenn man es ohne Adressaten stehen lässt.

Denkzettel 574

Phi­lo­so­phie­ren als Schu­le, Übung des dif­fe­ren­zie­ren­den Se­hens, Hö­rens, Rie­chens, Schme­ckens, Spü­rens, Emp­fin­dens. Ei­ne ewi­ge Übung oh­ne Ab­schließ­bar­keit. Und so nicht auf der Su­che nach (der) Wahr­heit, da­für (Er-)Finden von Dif­fe­ren­zen.
Meint: Un­ter­schie­de ma­chen. Oh­ne da­bei Vor­zü­ge … Weiterlesen➜

Narziss und die andere Selbstliebe

Narziss stirbt am Spiegel. Die andere Selbstliebe hat kein solches Ende. Der Mythos lebt vom Scheitern — und genau darin liegt seine Kraft: Was aus dem Gleichgewicht gerät, bekommt eine Geschichte. Was gelingt, bekommt Begriffe. Diesem Gefälle zwischen Erzählen und Denken geht der Essay nach und fragt, was es bedeutet, dass das Gelingen so still bleibt.