Denkzettel 574

Phi­lo­so­phie­ren als Schu­le, Übung des dif­fe­ren­zie­ren­den Se­hens, Hö­rens, Rie­chens, Schme­ckens, Spü­rens, Emp­fin­dens. Ei­ne ewi­ge Übung oh­ne Ab­schließ­bar­keit. Und so nicht auf der Su­che nach (der) Wahr­heit, da­für (Er-)Finden von Dif­fe­ren­zen.
Meint: Un­ter­schie­de ma­chen. Oh­ne da­bei Vor­zü­ge oder Nach­tei­le zu pos­tu­lie­ren. Akom­pa­ra­ti­ve Ver­glei­che durch­füh­ren und Dif­fe­ren­zen do­ku­men­tie­ren. Ja, das grün­det im Sub­jek­ti­ven. Ob­jek­tiv, ins Äu­ßers­te ge­dacht, sind wir al­le gleich. Doch das Le­ben lehrt: Ob­jek­ti­vi­tät ist ei­ne sub­jek­ti­ve Er­fin­dung, um sich der Gött­lich­keit an­zu­nä­hern. Um Si­cher­heit im Ur­teil zu fin­den — statt Un­si­cher­heits­kom­pe­tenz zu er­schaf­fen.

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