Denkzettel 49

Re­li­gi­on heißt (oder: will mei­nen): das nicht wis­sen Kön­nen. Oder: Das nicht-Wis­sen kön­nen.

Phi­lo­so­phie heißt (oder: will mei­nen oder gar, wo­mög­lich, wis­sen): das nicht wis­sen Kön­nen üben.

Eben ein/e Freund/in der Weis­heit zu sein und nicht ihr/e Herr/in.

Oder sich ein­fach nur an ihr zu er­freu­en. (An … Weiterlesen➜

Was ist Therapie, eigentlich?

Philosophie heilt nicht — sie klärt. Was nach einer Einschränkung klingt, ist in Wirklichkeit eine Befreiung: Wer eine Frage klärt, lässt sie verschwinden. Wittgensteins Semikolon in §255 der Philosophischen Untersuchungen trennt, was oft zusammengeworfen wird — Behandlung und Vergleich. Der Text entfaltet daraus ein Verständnis Philosophischer Praxis, das weder Therapie noch Seelsorge ist, sondern Übung in Klarheit: ein Raum, in dem ein Problem verschwunden sein darf.

Vom Wesen {p|P}hilosophischer Praxis

Philosophische Praxis ist keine Unternehmensberatung mit Philosophiestudium. Wer einen ZEIT-Artikel zum Anlass nimmt, das eigene Berufsverständnis zu klären, kommt nicht umhin, Grenzen zu ziehen — zwischen kommerziellem Einsatz philosophischen Wissens und dem Gespräch von Angesicht zu Angesicht, das sich dem Einzelnen widmet, nicht seiner Rolle. Kernthese: PP ist eine Alternative zur Therapie, keine alternative Therapie. Und wer sie ausübt, ist immer auch Profiteur.