Denkzettel 279

Der Mo­no­the­is­mus war kei­ne gu­te Er­fin­dung: Er ist das schlei­chen­de Gift ei­ner plu­ra­len För­de­ra­li­tät.

(Die Idee der fremd or­di­nier­ten, au­to­kra­ti­schen Ein­heit­lich­keit (d.i.: Ein­falt) wen­det sich ge­gen das Fak­tum der sich selbst ko­or­di­nie­ren­den, au­to­poie­ti­schen Viel­falt.)

Staatsmacht?

Ob eine Vorschrift sinnvoll angewendet wird, ist keine juristische Frage. Eine Begebenheit auf dem Landauer Wochenmarkt im Sommer 2020 — Ordnungsamt, Schutzwesten, Mund-Nasen-Bedeckung als Doppelkinnhalter — gibt Anlass zur Frage, wo Vollzug endet und Entmündigung beginnt. Nicht als Corona-Kritik, sondern als Erinnerung: Der autoritäre Charakter tritt nicht als Ausnahmezustand auf, sondern schleicht sich ein. Und kleinen Anfängen widerspricht man besser einmal zu oft.