Autorität und Autoritarismus: Über die Neigung zum Kippen

Orientierung kippt — wenn aus Beweglichkeit Erstarrung wird. Dieser Essay verfolgt die Spur des Kippens durch drei Felder: im Sprechen, wo die Meinung zur Über-Zeugung erstarrt; im Wünschen, wo motivierendes Momentum in Tanha umschlägt; in der Solidarität, die zur Pflicht wird, sobald sie vergisst, dass auch sie kippen kann. Mit Fromm, Arendt und Rorty wird eine Haltung skizziert, die das Kippen nicht beseitigt — aber unwahrscheinlicher macht.

Denkzettel 559

Die Au­to­ri­tät ei­nes Wor­tes ist Pri­vat­sa­che.

(Was oder wer zur Au­to­ri­tät er­nannt wird, ist ei­ne je sub­jek­ti­ve An­ge­le­gen­heit. Es exis­tie­ren kei­ner­lei ‚ob­jek­ti­ven‘ Not­wen­dig­kei­ten, die et­was oder je­man­den zur Au­to­ri­tät er­he­ben. Und: Wer sich selbst als Au­to­ri­tät iden­ti­fi­ziert, … Weiterlesen➜