Die energetische Versorgung autoritaristischer Systeme erfolgt durch die Annahme, dass Jede/r Despot/in oder Tyrann/in sein will. Letzlich geht es um Krieg aller gegen alle, darum, Macht zu kriegen, zu bekommen, zu erobern, nicht um den Kampf für eine menschliche Welt mit weniger Grausamkeit … Weiterlesen➜
Schlagwort: Autoritarismus
Narziss und Echo: Zur Dialektik von Autorität und Ironie
Zwischen Selbstverliebtheit und Selbstauslöschung liegen die Extreme des Ich. Der Mythos von Narziss und Echo artikuliert diese Asymmetrie: monologische Selbstbespiegelung gegen reaktive Wiederholung. Dieser Essay überträgt die mythologische Konstellation auf politische Philosophie – Adornos autoritären Charakter und Rortys liberale Ironikerin. Während der Autoritäre seine Schwäche durch Identifikation mit Macht kompensiert, kultiviert die Ironikerin Kontingenz ohne Handlungsunfähigkeit. Eine Untersuchung demokratischer Subjektivität jenseits der pathologischen Pole.
Denkzettel 555
Der Basisplot der komplementären Dualität des autoritären Charakters: Die Dinge geschehen aus Notwendigkeit (Natur‚gesetze‘).
Und wenn keine Notwendigkeit ausfindig gemacht werden kann, die zum eigenen Wollen passt und instrumentalisiert werden kann, wird eine Notwendigkeit … Weiterlesen➜
Denkzettel 438
Kantianer/innen stehen in der Gefahr eines Autoritarismus’ des Unbedingten, Bürokrat/innen in der eines Totalitarismus’ der Bedingungen.
(Ein sich zeigender Satz: Extreme sollten gemieden werden.)
Denkzettel 405
Mit Elitismus ist Öl in’s populistische Feuer gegossen.
(Und ein Elitarismus ist ein verbrämter Autoritarismus.)
Denkzettel 340
Ambiguität ist ja für Autoritarist*n, und alle, die es werden wollen, ein durchaus profitabler Zustand: „Ich schaffe Klarheit!“ ist das Menetekel, mit dem diese ihre Eindeutigkeit für andere zum Fundament für deren Weltanschauung machen möchten, diese dazu zu versuchen suchen.
Denkzettel 334
Das macht ein Objekt aus: es hat keine Eigenmächtigkeit.
(Weshalb Autoritarist*n danach streben, „Subjekte“ zu vernichten: Zu Objekten zu machen. Mit dem – wohl utopischen – Ziel, als einziges Subjekt übrig zu bleiben. Das kommt dann einem monotheistischen Gott ziemlich nahe.)
Denkzettel 201
Der Autoritarismus bietet jenen, die sich ihm untertun – oder untergetan werden –, das frei sein vom „frei sein zu“. Gerne verkauft er sich so als eine Form von Liberalismus; geriert sich in seinen Anfängen, um zu verfangen, als Freiheitsgarant.
Eben: Als ‚-ismus‘ wird das Liberale beworben … Weiterlesen➜
