Denkzettel 118

Viel­leicht soll­te in der Phi­lo­so­phie zwi­schen der Philosophie als Wis­sen­schaft, ei­nem ver­stan­des­ge­trie­be­nen, ra­tio­nal-dis­kur­si­ven „Re­den über“ und der Philosophie als Le­bens­art, ei­nem ver­nunft­ge­tra­ge­nen, re­la­tio­nal-nar­ra­ti­ven „Re­den von“, un­ter­schie­den werden.

Bei­de äu­ßern sich zur in­tel­li­gi­blen Wirk­lich­keit, die wir mit un­se­ren Wahr­hei­ten zu­sam­men( )bau­en.

(Es ist klar, dass die Philosophie als Le­bens­art mehr (auf)zeigt denn die Philosophie als Wis­sen­schaft (aus)sagen kann. »non vi­tae sed scho­lae di­sci­mus« — nicht für die Wis­sen­schaft, für das Le­ben soll­ten wir phi­lo­so­phie­ren. Gleich­wohl: die Wis­sen­schaft ist Teil des Lebens.)

Denkzettel 113

Über Le­bens­art lässt sich pri­ma fa­bu­lie­ren, nar­ra­ti­vie­ren oder auch de­li­be­rie­ren. Doch es kann kein Ge­gen­stand sein, der ver­wis­sen­schaft­licht wer­den kann. Des­halb kann Le­bens­kunst kein Ge­gen­stand wis­sen­schaft­li­cher Phi­lo­so­phie sein. Un­wis­sen­schaft­li­che, un­ver­wis­sen­schaft­li­che Phi­lo­so­phie — ist denn das nicht ein le­bens­ar­ti­ges De­li­be­rie­ren, Nar­ra­ti­vie­ren oder auch Fabulieren?