Narziss stirbt am Spiegel. Die andere Selbstliebe hat kein solches Ende. Der Mythos lebt vom Scheitern — und genau darin liegt seine Kraft: Was aus dem Gleichgewicht gerät, bekommt eine Geschichte. Was gelingt, bekommt Begriffe. Diesem Gefälle zwischen Erzählen und Denken geht der Essay nach und fragt, was es bedeutet, dass das Gelingen so still bleibt.
Schlagwort: Narzissmus
Narziss und Echo: Zur Dialektik von Autorität und Ironie
Zwischen Selbstverliebtheit und Selbstauslöschung liegen die Extreme des Ich. Der Mythos von Narziss und Echo artikuliert diese Asymmetrie: monologische Selbstbespiegelung gegen reaktive Wiederholung. Dieser Essay überträgt die mythologische Konstellation auf politische Philosophie – Adornos autoritären Charakter und Rortys liberale Ironikerin. Während der Autoritäre seine Schwäche durch Identifikation mit Macht kompensiert, kultiviert die Ironikerin Kontingenz ohne Handlungsunfähigkeit. Eine Untersuchung demokratischer Subjektivität jenseits der pathologischen Pole.
Denkzettel 180
Wir sind doch letztlich alle Narzissten, mehr oder weniger. Haben ein Selbstbild, das wir schleifen, polieren, waschen, aufhübschen, ganz nach unserem Geschmack oder dem Geschmack, von dem wir, oder andere, denen wir Kompetenz zuschreiben, meinen, dass dieser nun en vogue sei.
Schließlich wollen … Weiterlesen➜

