Mit dem Tod zeigt sich eine Wirklichkeit der Endlichkeit, die weder wahr noch falsch sein kann.
Schlagwort: Tod
Denkzettel 329
Alles Hadern hält das Leben auf, den Tod indes nicht.
(Ob es wohl eine Wortverwandtschaft von Hadern und Hades gibt?)
Denkzettel 321
Mit einem jetzt eigenartigen Klang rauschen die Holzrollläden des Hauses, wie jeden Abend, herunter, das ganz nah bei dem steht, in dem eben ein Mensch verschieden ist.
(Ja, der Tod macht die Menschen verschieden.)
Denkzettel 317
Bei der Entblößung meiner Existenz möchte ich niemanden bei mir haben. Es ist des Menschen tiefste Intimität.
(Das Ideal, einen Sterbenden beim letzten Atemzug zu erleben und ihm/ihr: beizustehen (wer sagt aus welchem Grund, dies sei nötig/moralisch geboten?), ist womöglich nichts als blanker … Weiterlesen➜
Denkzettel 199
Es gibt kein totes Leben. Wie es keinen lebendigen Tod gibt.
Lebe lang und erfolgreich!
Wer hundert Jahre alt wird, hat offenbar etwas richtig gemacht. Diese stille Voraussetzung — langes Leben als Leistung — steht im Zentrum dieses Textes. Die Pandemie macht sichtbar, was sonst im Hintergrund bleibt: dass wir den Tod verdrängen, statt mit ihm umzugehen. Denn niemand übersteigt diesen Berg. Was bleibt, ist die Übung — den Blick auf das eigene Sterben so zu wagen, dass er das Leben nicht vergällt, sondern trägt.
