Moral verhält sich zu Ethik wie Schönheit zur Ästhetik: Ersteres ist empirisch, letzteres epistemisch. Letzlich ist Letzeres der Versuch, Ersteres in eine Berechenbarkeit zu bringen, wenn nicht gar zu zwingen; also der Versuch, mit dem Verstand zu verstehen, zu vermessen, was mit der Vernunft … Weiterlesen➜
Schlagwort: Verstand
Denkzettel 230
Das Gemüt balanciert Vernunft und Verstand, die Vernunft Gemüt und Verstand. Der Verstand, das ergibt sich nun, Vernunft und Gemüt. Doch was heißt: „Vernunft und Gemüt in Balance“ rational?
Denkzettel 228
Welt ästhetisch vernehmen und Welt rational verstehen. Zwei Weisen, Vernunft und Verstand. Es gilt für das Gemüt, beide in Resonanz bringen zu wollen.
Denkzettel 167
Den Erkenntnisgrund erschließen, das Terrain erhellen; sehen, nicht schauen, was zur Erkenntnis führt/geführt hat. Das könnte als „rechnen“ verstanden werden, eine Tätigkeit des Verstandes.
(Das Denken, Tätigkeit der Vernunft, schaut, wie es zur Einsicht kommt?)
(So könnten πρᾶξις (prãxis) … Weiterlesen➜
Denkzettel 160
Der Wille ist eine schöpferische Macht, denn er schafft Welt. Struktur, Ursache-Wirkung und damit hierarchische Ordnung im raumzeitlichen Koordinatensystem, das vom Verstand geliefert wird.
Der Verstand rahmt den Willen, die Vernunft beurteilt ihn.
Denkzettel 159
Vernunft ist das Nehmen der Welt, wie sie ist, ihre Vernahme.
Verstand ist das Stellen der Welt, wie sie sein soll, ihre Vorstellung.
(So wie man eine Verbrecherin stellt.)
(Zuweilen auch deren Verstellung.)
Denkzettel 123
Der Verstand denkt in „0“ oder „1“.
Die Vernunft denkt mit „0“ bis „1“.
(Mit der Vernunft ist schlecht rechnen.)
Denkzettel 111
Wenn die Vernunft aufhört, kommt ein ungezügelter Verstand zum Vorschein.
(Die Vernunft als Reiterin des Verstandes — auch ein schönes Bild.)
Zitat 1
Genau besehen ist alle Philosophie nur der Menschenverstand in amphigurischer Sprache.