Zitat 74

Die Knos­pe ver­schwin­det in dem Her­vor­bre­chen der Blü­te, und man könn­te sa­gen, daß je­ne von die­ser wi­der­legt wird; eben­so wird durch die Frucht die Blü­te für ein fal­sches Da­sein der Pflan­ze er­klärt, und als ih­re Wahr­heit tritt je­ne an die Stel­le von die­ser. Die­se For­men un­ter­schei­den sich nicht nur, son­dern ver­drän­gen sich auch als un­ver­träg­lich mit­ein­an­der. Aber ih­re flüs­si­ge Na­tur macht sie zu­gleich zu Mo­men­ten der or­ga­ni­schen Ein­heit, wor­in sie sich nicht nur nicht wi­der­strei­ten, son­dern eins so not­wen­dig als das an­de­re ist, und die­se glei­che Not­wen­dig­keit macht erst das Le­ben des Gan­zen aus.

Ge­org Wil­helm Fried­rich Hegel

Zitat 73

Nichts ist lang­wei­li­ger als mit Men­schen zu dis­ku­tie­ren, die im­mer schon al­le Ant­wor­ten auf al­le Fra­gen ha­ben und aus je­dem Aus­tausch un­ver­än­dert her­vor­ge­hen. Es geht doch dar­um, ge­mein­sam ins DENKEN zu kom­men und am En­de mit Ein­sich­ten heim­zu­ge­hen, die man vor­her NICHT hatte.

Joerg Schel­ler