Sinn & Gewissheit

„Nix Gwiss woass ma ned“ ... Wirklich?

Es gibt ja die alte Geschichte, nach der „Sinn machen“ ein unsinnige Äußerung sei. Dinge ergeben Sinn, machen aber keinen. Doch es ist ja wohl der Mensch, der Sachverhalten Sinn verleiht und dieser nicht einfach so in der Welt ist und wir ihn nur erkennen würden. So betrachtet macht der Mensch Sinn, wenn sich Sinn für ihn ergibt. Wir, unsere Vernunft, ist ein Sinn-Produzent, 24/7, wie’s so schön heißt. Ja, selbst wenn wir schlafen macht unser Hirn Sinn – auch wenn uns unsere Träume zuweilen als wenig sinnvoll erscheinen.

Auf einer anderen Seite unseres vielflächigen Wesens sind wir Menschen, die Gewissheit suchen. Die Meterologie sei als Beispiel herangezogen: Wir haben heute eine höhere Gewissheit darüber, wie morgen das Wetter wird, als vor, sagen wir mal, 56 Jahren. Es gibt bestimmt mindestens 10.000 gute Gründe, weshalb es wichtig ist, über das Wetter in der Zukunft Gewissheit zu erlangen. Und es sieht auch danach aus, als strebe der Mensch ganz allgemein Gewissheit über die Zukunft an. Die ganze Branche der Hellseherei, Astrologie,… lebt davon.

Ist ein solcher Wunsch nach Gewissheit sinnvoll? Macht er Sinn? Ergibt er Sinn? Logisch, so bestimmt der erste Gedanke, schließlich gibt Gewissheit Sicherheit, Gewissheit ist also sinnvoll. Gut — andererseits ist doch hinlänglich bekannt, das „nichts gewiss ist; das ist gewiss“. Wenn das stimmt, kann es Gewissheit mit Sicherheit im Grunde gar nicht geben und drückt lediglich einen Grad an Wissen aus, der nie zur Gewissheit werden kann. Dennoch wird keine/r, der/die zwei Hände hat, je daran zweifeln, zwei Hände zu haben (von Körperempfindungs-Pathologien einmal abgesehen). Vergewissern Sie sich!

Die Frage keimt nun auf: Können wir des Sinnes eines Sachverhalts so gewiss sein wie wir i.A. unserer Hände gewiss sind? Oder können wir über Sinn und Unsinn oder auch Sinnlosigkeit gar keine sinnvolle Aussage machen?

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Die textliche Repräsentation des Abends:

Wieder fanden sich Interessierte zum XIV. Philosophischen Zirkus zusammen. Das Thema des Abends lautete „Sinn & Gewissheit“ und als Gast war Christian Hauck, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, zugegen. Ein Ergebnis des Abends zeigte sich in der Einsicht, dass die deutsche Sprache zwar über – im Vergleich zu anderen Sprachen – wenige Wörter verfügt, sich jedoch dadurch auszeichnet, dass die Worte viele Bedeutungen haben können. So auch das Wort „Sinn“. Es steht sowohl für die Rezeptoren eines Lebewesens (z.B. die fünf Sinne des Menschen) als auch für den Sachverhalt, ob ein Satz einen logischen Wert hat oder überhaupt haben kann, ob er eben sinnvoll ist. Das sind nun zwei gänzlich verschiedene Bedeutungen; ein weiterer gesellt sich dazu, wenn wir vom Lebenssinn sprechen. Eine kleine Diskussion entwickelte sich um die Frage, ... Weiterlesen

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