Tugend ist eine Zier, doch…

Die Tugendfrage scheint auf den ersten Blick eine schon fast altertümliche Angelegenheit zu sein. Doch schauen wir in diesen Zeiten auf und in die Welt, stellt sich unweigerlich die Frage, wie es wohl ein jeder mit der Tugendhaftigkeit hält. Nicht nur das derzeitige Verhalten des amtierenden Präsidenten der USA — und anderer politischer Aktuere — wirft die Frage auf, ob „Erfolg“ wohl noch mit einer Arete vereinbar ist oder auf eine Vortrefflichkeit reduziert wird, die sich allein an materiellen Bezugspunkten orientiert und ein anderes Wort aus dem Bedeutungsfeld, „Güte“, verdrängt.

Doch was verstehen wir eigentlich unter Tugend? Ist sie ein reines Instrument des moralischen Miteinanders oder kann sie dem Einzelnen zum persönlichen Glück verhelfen? Hat sich unser Verständnis und die Bedeutung der Tugend seit der Antike eigentlich wesentlich verändert? Was nutzt uns Tugend im modernen Leben?

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Die textliche Repräsentation des Abends:

Der Einladung zum Philosophischen Zirkus gestern gefolgt ist Dr. Sabine Friedrichs aus München, Ihres Zeichens nach „Tugendcoach“. Vielen Dank für Deinen Besuch, Sabine! Tugendcoach? Was vom gestrigen Abend als Kern sich gezeigt hat, ist, dass im Modell, mit dem Sabine Friedrichs arbeitet (im folgenden einfach als „Modell“ bezeichnet), Tugend zum einem „leeren Begriff“ wird. Tugend wird dort verstanden als „Mitte“ zweier Werte. Diese Mitte nun aber selbst keinen „optimalen Wert“ darstellt, sondern einen Prozess, eine Bewegung meint, die sich von einem Wert entfernt und zu einem anderen schreitet, und dabei eben jene „Mitte“ passiert. Ja, passiert in der doppelten Bedeutung: sowohl das Ereignis ist gemeint, ein Ereignis der Leere, und der Fortgang ist gemeint, die Passage, der Durchgang. Wie anders hat Aristoteles... Weiterlesen

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