Wert & Würde

Die theoretische Seite zu Ehre & Charakter?

In einer kommerzgetriebenen Kultur kann es einem zuweilen derart überkommen, dass sich gefragt werden kann, ob Mensch vorrangig mit dem Wort „Wert“ in Verbindung gebracht wird denn mit dem Wort „Würde“. Schleicht sich da vielleicht ein Wertewandel ein und der kapitalistische Mensch versteht sich, vielleicht sogar ohne dass er’s merkt, immer mehr als ein Objekt, dessen Wert taxiert werden kann wie der Wert eines Diamanten taxierbar ist – nur nach einem anderen Maßstab, freilich? Oder ist das eine Perspektive, die so nicht gehalten werden kann? Kommt hier das Geburtstagskind des Jahres, Karl Marx, zum Tragen oder hat die von diesem Denker angedachte Entfremdung überhaupt gar nichts damit zu tun?

Ist eine, den Menschen als verwertbare Ressource verstehende Haltung, eine kapitalismuspessimistische, die nicht modern sein kann und den Verhältnissen nicht gerecht wird? Doch, mal genau hingesehen: Wie ist es denn um die Würde des Menschen als solchen, von sämtlichen Diskriminierbarkeiten einmal befreit gedacht, bestellt? Kommt diese Würde auch anderen Dingen und/oder Lebewesen zu, oder ist die Würde eines Berges oder eines Affen, also abstrakt verallgemeinert: „der Natur“, von der menschlichen zu differenzieren? Meint, „die Natur“ zu würdigen dasselbe wie einen Menschen zu würdigen? Oder hat gar „würdigen“ gar nichts mit „Würde“ zu tun, sondern ist eben doch eher ein Ausdruck eines Wertes, einer Wertschätzung im Sinne des o.g. Taxierens?

Noch weiter gefragt: Ist Würde ein Wert? Noch schärfer: Der veräußerbar ist? Ist ein Leben denkbar, bei dem das Überleben mit Würde bezahlt wird? Ist sie unantastbar, wie es Art. 1, Satz 1 GG zum Ausdruck bringt, weil es sie vielleicht einfach nur als kulturelle Idee gibt und damit einer gewissen Beliebigkeit unterliegt und nicht wirklich existiert?

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Die textliche Repräsentation des Abends:

Zum Zehnten Philosophischen Zirkus in Landau in der Pfalz hat sich wieder - trotz oder wegen angenehmer sommerhafter Temperaturen - zahlreiches Publikum eingefunden. Nicht nur aus Landau selbst, aus Edenkoben und Pirmasens waren Interessierte zugegen, sogar das doch recht weit entfernte Rastatt war vertreten. Das Thema des Abends, „Wert & Würde“, erfreute sich also eines großen Interesses, so dass es auch dem Gast des Abends, Dr. phil. Diego D'Angelo vom Institut für Philosophie am Campus Landau der Universität Koblenz-Landau eine Freude war, die Zeit mit dem für's Philosophische offene Publikum zu teilen. Die wohl wichtigste Frage mit der sich auseinandergesetzt wurde war die, wie Würde definiert werden kann und welche Bedeutung sie hat. Eine eindeutige Antwort fand sich, und das gehört wohl zum Wesen der Philosophie, nicht, gleichwohl haben die auftauchenden weiteren Fragen die Ursprungsfrage erhellt. So gibt es zwei Perspektiven, die eingenommen werden können, um Würde begrifflich zu fassen. ... Weiterlesen

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