Divide et impera

Der Mensch teilt, was er begreifen will — und beherrscht, was er geteilt hat. Spaltung ist kein politisches Instrument allein, sondern tief in der Verfassung des Bewusstseins angelegt: Wir denken dual, rechnen mit Distinktionen, quantifizieren das Fließende. Doch jede Teilung lässt einen Rest, der sich nicht aufgeht — das Irrationalistische, das Pi, das Individuum im Wortsinn. Dieser unberechenbare Rest, so die stille These des Textes, ist nicht Mangel, sondern Bedingung: Solange er bleibt, ist die Welt nicht tot.