– wie vielfach die Arbeit in der Architektur –
eigentlich mehr die Arbeit an Einem selbst.
An der eigenen Auffassung.
Daran, wie man die Dinge sieht.
(Und was man von ihnen verlangt.)
Ludwig Wittgenstein
📌
Kinder an die Macht? Besser nicht — man kann derzeit in den USA sehr genau studieren, wohin das führen kann.
(Manche glauben ja wohl, da sei ein „Kind Gottes“ an der Macht.)
(Denkzettel 510)
Neueste Reflexionen
Denkzettel 594
Was ist stärker als Angst, die Populisten als strategische Waffe benutzen, um zur Macht und dahinter letztlich zu Geld zu kommen?
Mut? Vertrauen?
Vielleicht vermag ja die Neugier die Angst zu überwinden und lässt die eingesetzte Waffe stumpf werden, ohne sie zu leugnen oder ihr mit ihrem vermeintlichen … Weiterlesen➜
Denkzettel 593
Reflektieren heißt denken, Denken ist reflektieren. Und wie ein Spiegel die vor ihm befindliche Wirklichkeit stets mit mehr oder weniger großen Verzerrungen wiedergibt, ist es auch mit dem Denken. „Die Wahrheit“ ist so nicht zu erreichen.
Brauchen wir sie überhaupt? Reicht eine unscharfe Wahrheit … Weiterlesen➜
Denkzettel 592
Die Wählerschaft, mit denen keiner von den üblichen dreien Demokratischen gern zu tun hat, spricht die AfD an: „Wir können mit Euch was anfangen!“
Stimmenfang, mehr nicht.
Ich hatte einen Traum gehabt …
„AfD halbieren“? Ja, das ist möglich, doch anders als man wohl gemeinhin denkt.
Die AfD halbieren — nicht durch bessere Politik, sondern durch bewusste Stimmenenthaltung. Was nach einem Traum beginnt, ist eine nüchterne Wahlrechnung: Wer statt AfD einen ungültigen Stimmzettel abgibt, zählt als abgegebene Stimme — und wäre sichtbar. Die Pointe sitzt am Ende: Es braucht keine Revolution. Es braucht genug Wählerinnen und Wähler, die an der Urne ihre Stimme erheben, ohne sie einer Partei zu geben.„Menschenbild“
Wer vom „Stadtbild“ spricht, will von Menschen sprechen.
Sprache ist Leimrute — wer fremde Vokabeln übernimmt, klebt daran fest. Der Brief an Friedrich Merz ist knapp: Wer „Stadtbild“ sagt, sagt AfD, egal mit welcher Absicht. Der Rat lautet nicht Schweigen, sondern Umbenennen — eine eigene Sprache finden, statt in gesetzten Narrativen zu operieren.29. Januar 2025, Deutscher Bundestag
Ein grobes Kurzprotokoll und eine sehr persönliche Empörung über das sehr überlegte, sehr bewusste Handeln des MdB Friedrich Merz an diesem Tag.
Am Morgen Gedenken an Auschwitz, am Nachmittag Mehrheit mit der AfD. Der 29. Januar 2025 im Bundestag ist der Anlass — die persönliche Empörung darüber der eigentliche Text. Kein analytischer Abstand, keine Relativierung: Wer Tabus bricht, um Stimmen zu gewinnen, versachlicht Menschen. Und Versachlichung von Menschen hat einen Namen in der deutschen Geschichte.Die Verlegenheit vor dem Positiven
Dankbarkeit und Demut: Gefühle mit getrübter Unschuld?
Gute Gefühle können einen in die Falle führen. Dankbarkeit und Demut gelten als Tugenden der Bescheidenheit; doch hinter ihrer alltäglichen Form verbirgt sich eine Struktur, die genauer hinsehen lässt: Sie setzen eine Hierarchie voraus, die sie selbst errichten. Der Essay fragt, welches Grundgefühl beiden zugrunde liegt — und wie man mit der Verlegenheit umgeht, die entsteht, wenn man es ohne Adressaten stehen lässt.Narziss und die andere Selbstliebe
Warum die Antike das Gelingen nicht erzählt, sondern gedacht hat.
Narziss stirbt am Spiegel. Die andere Selbstliebe hat kein solches Ende. Der Mythos lebt vom Scheitern — und genau darin liegt seine Kraft: Was aus dem Gleichgewicht gerät, bekommt eine Geschichte. Was gelingt, bekommt Begriffe. Diesem Gefälle zwischen Erzählen und Denken geht der Essay nach und fragt, was es bedeutet, dass das Gelingen so still bleibt.Autorität und Autoritarismus: Über die Neigung zum Kippen
Wie eine orientierende Kraft beweglich bleibt — und wo die Erstarrung lauert. Über Meinung, Wunsch und Solidarität.
Orientierung kippt — wenn aus Beweglichkeit Erstarrung wird. Dieser Essay verfolgt die Spur des Kippens durch drei Felder: im Sprechen, wo die Meinung zur Über-Zeugung erstarrt; im Wünschen, wo motivierendes Momentum in Tanha umschlägt; in der Solidarität, die zur Pflicht wird, sobald sie vergisst, dass auch sie kippen kann. Mit Fromm, Arendt und Rorty wird eine Haltung skizziert, die das Kippen nicht beseitigt — aber unwahrscheinlicher macht.Was kann, unerzogen zu bleiben, bedeuten?
Robert Misik: Erziehung zur Grausamkeit. Eine kleine Lektürereflexion.
Faschismus nicht als politisch-gesellschaftliche Theorie verstehen und dafür das Augenmerk auf mit ihm erzeugbare Stimmung setzen. Robert Misik zeigt in seinem Buch „Erziehung zur Grausamkeit“ eindrücklich, wie die Massenpsychologie eines „Neuen Faschismus“ funktioniert. Eine kleine Lektürereflexion.Nein, ich lebe nicht falsch — deswegen indes nicht notwendigerweise richtig.
Eine Kommentierung zur philosophischen Provokation „Du lebst falsch!“ von Wilhelm Reichart.
Zum BeitragKunst und Kultur der Doxa
Christian Bermes: Meinungskrise und Meinungsbildung. Ein Lektüreeindruck.
Zum BeitragZitat 145
Wir haben die Zeit in Sekunden, Minuten, Stunden und Kalender zerlegt, um eine globale Ordnung zu schaffen. Manchmal verwechseln wir dieses Ordnungssystem mit der Wirklichkeit selbst.
Zitat 144
Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte.
Zitat 143
Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet ist.






