– wie vielfach die Arbeit in der Architektur –
eigentlich mehr die Arbeit an Einem selbst.
An der eigenen Auffassung.
Daran, wie man die Dinge sieht.
(Und was man von ihnen verlangt.)
Ludwig Wittgenstein
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„Wahrheit“ gibt nur im Kontext von Sprache, von Aussagen, Sinn. Die Aussage „Das Glas ist halbvoll.“ ist wahr oder falsch, je nach angesetztem Maßstab. Das halbleere Glas als solches (was immer das sein mag) hingegen keines von beiden: Es ist halt einfach wie’s ist.
(Wahrheit ist keine Kategorie von purer, sprachloser Existenz.)
(Denkzettel 562)
Neueste Reflexionen
Denkzettel 590
Kritisieren heißt: Ein Urteil verfertigen.
Denkzettel 589
Sich mit seinen Mitmenschen je in ein Verhältnis bringen, ohne über sie zu urteilen.
Oder über sich selbst.
Denkzettel 588
Bei Organisationen wie z. B. einer AfD sollte man zwei funktionale Mentalitäten unterscheiden: Die Dummen und die, die sich nicht zu blöd sind, intelligent den/die Dumme/n nur zu geben, um die Dummen zu manipulieren. Da wird bei solchen Läden dann genau von der eigenen Elite gegen das Elitäre … Weiterlesen➜
Ich hatte einen Traum gehabt …
„AfD halbieren“? Ja, das ist möglich, doch anders als man wohl gemeinhin denkt.
Die AfD halbieren — nicht durch bessere Politik, sondern durch bewusste Stimmenenthaltung. Was nach einem Traum beginnt, ist eine nüchterne Wahlrechnung: Wer statt AfD einen ungültigen Stimmzettel abgibt, zählt als abgegebene Stimme — und wäre sichtbar. Die Pointe sitzt am Ende: Es braucht keine Revolution. Es braucht genug Wählerinnen und Wähler, die an der Urne ihre Stimme erheben, ohne sie einer Partei zu geben.„Menschenbild“
Wer vom „Stadtbild“ spricht, will von Menschen sprechen.
Sprache ist Leimrute — wer fremde Vokabeln übernimmt, klebt daran fest. Der Brief an Friedrich Merz ist knapp: Wer „Stadtbild“ sagt, sagt AfD, egal mit welcher Absicht. Der Rat lautet nicht Schweigen, sondern Umbenennen — eine eigene Sprache finden, statt in gesetzten Narrativen zu operieren.29. Januar 2025, Deutscher Bundestag
Ein grobes Kurzprotokoll und eine sehr persönliche Empörung über das sehr überlegte, sehr bewusste Handeln des MdB Friedrich Merz an diesem Tag.
Am Morgen Gedenken an Auschwitz, am Nachmittag Mehrheit mit der AfD. Der 29. Januar 2025 im Bundestag ist der Anlass — die persönliche Empörung darüber der eigentliche Text. Kein analytischer Abstand, keine Relativierung: Wer Tabus bricht, um Stimmen zu gewinnen, versachlicht Menschen. Und Versachlichung von Menschen hat einen Namen in der deutschen Geschichte.Die Verlegenheit vor dem Positiven
Dankbarkeit und Demut: Gefühle mit getrübter Unschuld?
Gute Gefühle können einen in die Falle führen. Dankbarkeit und Demut gelten als Tugenden der Bescheidenheit; doch hinter ihrer alltäglichen Form verbirgt sich eine Struktur, die genauer hinsehen lässt: Sie setzen eine Hierarchie voraus, die sie selbst errichten. Der Essay fragt, welches Grundgefühl beiden zugrunde liegt — und wie man mit der Verlegenheit umgeht, die entsteht, wenn man es ohne Adressaten stehen lässt.Narziss und die andere Selbstliebe
Warum die Antike das Gelingen nicht erzählt, sondern gedacht hat.
Narziss stirbt am Spiegel. Die andere Selbstliebe hat kein solches Ende. Der Mythos lebt vom Scheitern — und genau darin liegt seine Kraft: Was aus dem Gleichgewicht gerät, bekommt eine Geschichte. Was gelingt, bekommt Begriffe. Diesem Gefälle zwischen Erzählen und Denken geht der Essay nach und fragt, was es bedeutet, dass das Gelingen so still bleibt.Autorität und Autoritarismus: Über die Neigung zum Kippen
Wie eine orientierende Kraft beweglich bleibt — und wo die Erstarrung lauert. Über Meinung, Wunsch und Solidarität.
Orientierung kippt — wenn aus Beweglichkeit Erstarrung wird. Dieser Essay verfolgt die Spur des Kippens durch drei Felder: im Sprechen, wo die Meinung zur Über-Zeugung erstarrt; im Wünschen, wo motivierendes Momentum in Tanha umschlägt; in der Solidarität, die zur Pflicht wird, sobald sie vergisst, dass auch sie kippen kann. Mit Fromm, Arendt und Rorty wird eine Haltung skizziert, die das Kippen nicht beseitigt — aber unwahrscheinlicher macht.Nein, ich lebe nicht falsch — deswegen indes nicht notwendigerweise richtig.
Eine Kommentierung zur philosophischen Provokation „Du lebst falsch!“ von Wilhelm Reichart.
Zum BeitragKunst und Kultur der Doxa
Christian Bermes: Meinungskrise und Meinungsbildung. Ein Lektüreeindruck.
Zum BeitragSollen sie doch Heuschrecken essen!
Gedankenfragmente zum Beitrag »Wir werden eben Nüsse suchen oder sowas« von Charlotte Szász in der FAZ v. 2·XI·22, einem kurzen Bericht zur vom „Zentrum für postkantische Philosophie“ der Universität Potsdam veranstalteten Tagung „Politik der Natur“ in Berlin.
Zum BeitragZitat 145
Wir haben die Zeit in Sekunden, Minuten, Stunden und Kalender zerlegt, um eine globale Ordnung zu schaffen. Manchmal verwechseln wir dieses Ordnungssystem mit der Wirklichkeit selbst.
Zitat 144
Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte.
Zitat 143
Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet ist.






