factum brutum | mantellum dramaticum
Privatdenkerei | Raum für Reflexion
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Die Arbeit an der Philosophie ist
– wie vielfach die Arbeit in der Architektur –
eigentlich mehr die Arbeit an Einem selbst.
An der eigenen Auffassung.
Daran, wie man die Dinge sieht.
(Und was man von ihnen verlangt.)
– wie vielfach die Arbeit in der Architektur –
eigentlich mehr die Arbeit an Einem selbst.
An der eigenen Auffassung.
Daran, wie man die Dinge sieht.
(Und was man von ihnen verlangt.)
Ludwig Wittgenstein
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Der Aspekt eines möglichen Absolutismus im Universalismus will artikuliert sein.
(Denkzettel 457)
Neueste Reflexionen
Denkzettel 572
(Auch) Den Willen walten lassen, statt (nur) das Wollen tun lassen.
Denkzettel 571
Der Geist ist am vollsten, wenn er leer ist.
Denkzettel 570
„Gut“ sein: Die Mühewaltung der Hingabe ohne Selbstverlust. (Die Arbeit der Selbst[be]gründung?)
Ich hatte einen Traum gehabt …
„AfD halbieren“? Ja, das ist möglich, doch anders als man wohl gemeinhin denkt.
Die AfD halbieren — nicht durch bessere Politik, sondern durch bewusste Stimmenenthaltung. Was nach einem Traum beginnt, ist eine nüchterne Wahlrechnung: Wer statt AfD einen ungültigen Stimmzettel abgibt, zählt als abgegebene Stimme — und wäre sichtbar. Die Pointe sitzt am Ende: Es braucht keine Revolution. Es braucht genug Wählerinnen und Wähler, die an der Urne ihre Stimme erheben, ohne sie einer Partei zu geben.„Menschenbild“
Wer vom „Stadtbild“ spricht, will von Menschen sprechen.
Sprache ist Leimrute — wer fremde Vokabeln übernimmt, klebt daran fest. Der Brief an Friedrich Merz ist knapp: Wer „Stadtbild“ sagt, sagt AfD, egal mit welcher Absicht. Der Rat lautet nicht Schweigen, sondern Umbenennen — eine eigene Sprache finden, statt in gesetzten Narrativen zu operieren.29. Januar 2025, Deutscher Bundestag
Ein grobes Kurzprotokoll und eine sehr persönliche Empörung über das sehr überlegte, sehr bewusste Handeln des MdB Friedrich Merz an diesem Tag.
Am Morgen Gedenken an Auschwitz, am Nachmittag Mehrheit mit der AfD. Der 29. Januar 2025 im Bundestag ist der Anlass — die persönliche Empörung darüber der eigentliche Text. Kein analytischer Abstand, keine Relativierung: Wer Tabus bricht, um Stimmen zu gewinnen, versachlicht Menschen. Und Versachlichung von Menschen hat einen Namen in der deutschen Geschichte.Narziss und die andere Selbstliebe
Warum die Antike das Gelingen nicht erzählt, sondern gedacht hat.
Narziss stirbt am Spiegel. Die andere Selbstliebe hat kein solches Ende. Der Mythos lebt vom Scheitern — und genau darin liegt seine Kraft: Was aus dem Gleichgewicht gerät, bekommt eine Geschichte. Was gelingt, bekommt Begriffe. Diesem Gefälle zwischen Erzählen und Denken geht der Essay nach und fragt, was es bedeutet, dass das Gelingen so still bleibt.Autorität und Autoritarismus: Über die Neigung zum Kippen
Wie eine orientierende Kraft beweglich bleibt — und wo die Erstarrung lauert. Über Meinung, Wunsch und Solidarität.
Orientierung kippt — wenn aus Beweglichkeit Erstarrung wird. Dieser Essay verfolgt die Spur des Kippens durch drei Felder: im Sprechen, wo die Meinung zur Über-Zeugung erstarrt; im Wünschen, wo motivierendes Momentum in Tanha umschlägt; in der Solidarität, die zur Pflicht wird, sobald sie vergisst, dass auch sie kippen kann. Mit Fromm, Arendt und Rorty wird eine Haltung skizziert, die das Kippen nicht beseitigt — aber unwahrscheinlicher macht.Narziss und Echo: Zur Dialektik von Autorität und Ironie
Eine Betrachtung von Charaktertypologien zwischen Selbstverliebtheit und Selbstauslöschung.
Zwischen Selbstverliebtheit und Selbstauslöschung liegen die Extreme des Ich. Der Mythos von Narziss und Echo artikuliert diese Asymmetrie: monologische Selbstbespiegelung gegen reaktive Wiederholung. Dieser Essay überträgt die mythologische Konstellation auf politische Philosophie – Adornos autoritären Charakter und Rortys liberale Ironikerin. Während der Autoritäre seine Schwäche durch Identifikation mit Macht kompensiert, kultiviert die Ironikerin Kontingenz ohne Handlungsunfähigkeit. Eine Untersuchung demokratischer Subjektivität jenseits der pathologischen Pole.Nein, ich lebe nicht falsch — deswegen indes nicht notwendigerweise richtig.
Eine Kommentierung zur philosophischen Provokation „Du lebst falsch!“ von Wilhelm Reichart.
Zum BeitragKunst und Kultur der Doxa
Christian Bermes: Meinungskrise und Meinungsbildung. Ein Lektüreeindruck.
Zum BeitragSollen sie doch Heuschrecken essen!
Gedankenfragmente zum Beitrag »Wir werden eben Nüsse suchen oder sowas« von Charlotte Szász in der FAZ v. 2·XI·22, einem kurzen Bericht zur vom „Zentrum für postkantische Philosophie“ der Universität Potsdam veranstalteten Tagung „Politik der Natur“ in Berlin.
Zum BeitragZitat 142
Der Vergleich ist der Kern allen Unglücks. Er darf nie der Motor sein, etwas zu tun.
Sebastian Fitzek
Zitat 141
Die meisten Menschen sind im Grundverhältnis zu sich selbst Erzähler.
Robert Musil
Zitat 140
Philosophie nicht als Instrument zur Erkenntnis unserer selbst, sondern als Mittel zur Änderung unserer selbst begreifen.
Richard Rorty






