– wie vielfach die Arbeit in der Architektur –
eigentlich mehr die Arbeit an Einem selbst.
An der eigenen Auffassung.
Daran, wie man die Dinge sieht.
(Und was man von ihnen verlangt.)
Ludwig Wittgenstein
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Eine KI mag ein Bild der Welt, ein Modell der Wirklichkeit, erzeugen können, wie es der Mensch wohl auch tut. Doch ist es vorstellbar, dass sich eine KI darin erlebt wie es einem Menschen geschieht?
(Denkzettel 519)
Neueste Reflexionen
Denkzettel 597
Ob ein Leben gelungen ist oder nicht, ist eine Frage des angelegten Maßstabs. Kann darüber objektiv, universell, entschieden werden oder ist es nicht vielmehr Privatsache und mithin Sache des persönlichen, rein subjektiven Vergleichs mit sich selbst, seinen Wünschen, Hoffnungen etc.?
Ist … Weiterlesen➜
Denkzettel 596
Das Private ist politisch? Gewiss, in je eigensinniger Weise.
Das Politische ist privat? Gewiss, in je eigenwilliger Weise.
Sinn und Wille sind eigen? Gewiss.
Denkzettel 595
Populistisch zu steuern heißt, mit Angstgefühlen zu arbeiten, die von den so Agierenden selbst erzeugt wurden. Und es wird sogleich auch ein Mittel dagegen angeboten. Auf der linken Seite des populistischen Spektrums wird dann Frieden, auf der rechten Seite Macht als angstlösendes Medikament … Weiterlesen➜
Ich hatte einen Traum gehabt …
„AfD halbieren“? Ja, das ist möglich, doch anders als man wohl gemeinhin denkt.
Die AfD halbieren — nicht durch bessere Politik, sondern durch bewusste Stimmenenthaltung. Was nach einem Traum beginnt, ist eine nüchterne Wahlrechnung: Wer statt AfD einen ungültigen Stimmzettel abgibt, zählt als abgegebene Stimme — und wäre sichtbar. Die Pointe sitzt am Ende: Es braucht keine Revolution. Es braucht genug Wählerinnen und Wähler, die an der Urne ihre Stimme erheben, ohne sie einer Partei zu geben.„Menschenbild“
Wer vom „Stadtbild“ spricht, will von Menschen sprechen.
Sprache ist Leimrute — wer fremde Vokabeln übernimmt, klebt daran fest. Der Brief an Friedrich Merz ist knapp: Wer „Stadtbild“ sagt, sagt AfD, egal mit welcher Absicht. Der Rat lautet nicht Schweigen, sondern Umbenennen — eine eigene Sprache finden, statt in gesetzten Narrativen zu operieren.29. Januar 2025, Deutscher Bundestag
Ein grobes Kurzprotokoll und eine sehr persönliche Empörung über das sehr überlegte, sehr bewusste Handeln des MdB Friedrich Merz an diesem Tag.
Am Morgen Gedenken an Auschwitz, am Nachmittag Mehrheit mit der AfD. Der 29. Januar 2025 im Bundestag ist der Anlass — die persönliche Empörung darüber der eigentliche Text. Kein analytischer Abstand, keine Relativierung: Wer Tabus bricht, um Stimmen zu gewinnen, versachlicht Menschen. Und Versachlichung von Menschen hat einen Namen in der deutschen Geschichte.Die Verlegenheit vor dem Positiven
Dankbarkeit und Demut: Gefühle mit getrübter Unschuld?
Gute Gefühle können einen in die Falle führen. Dankbarkeit und Demut gelten als Tugenden der Bescheidenheit; doch hinter ihrer alltäglichen Form verbirgt sich eine Struktur, die genauer hinsehen lässt: Sie setzen eine Hierarchie voraus, die sie selbst errichten. Der Essay fragt, welches Grundgefühl beiden zugrunde liegt — und wie man mit der Verlegenheit umgeht, die entsteht, wenn man es ohne Adressaten stehen lässt.Narziss und die andere Selbstliebe
Warum die Antike das Gelingen nicht erzählt, sondern gedacht hat.
Narziss stirbt am Spiegel. Die andere Selbstliebe hat kein solches Ende. Der Mythos lebt vom Scheitern — und genau darin liegt seine Kraft: Was aus dem Gleichgewicht gerät, bekommt eine Geschichte. Was gelingt, bekommt Begriffe. Diesem Gefälle zwischen Erzählen und Denken geht der Essay nach und fragt, was es bedeutet, dass das Gelingen so still bleibt.Autorität und Autoritarismus: Über die Neigung zum Kippen
Wie eine orientierende Kraft beweglich bleibt — und wo die Erstarrung lauert. Über Meinung, Wunsch und Solidarität.
Orientierung kippt — wenn aus Beweglichkeit Erstarrung wird. Dieser Essay verfolgt die Spur des Kippens durch drei Felder: im Sprechen, wo die Meinung zur Über-Zeugung erstarrt; im Wünschen, wo motivierendes Momentum in Tanha umschlägt; in der Solidarität, die zur Pflicht wird, sobald sie vergisst, dass auch sie kippen kann. Mit Fromm, Arendt und Rorty wird eine Haltung skizziert, die das Kippen nicht beseitigt — aber unwahrscheinlicher macht.Was kann, unerzogen zu bleiben, bedeuten?
Robert Misik: Erziehung zur Grausamkeit. Eine kleine Lektürereflexion.
Faschismus nicht als politisch-gesellschaftliche Theorie verstehen und dafür das Augenmerk auf mit ihm erzeugbare Stimmung setzen. Robert Misik zeigt in seinem Buch „Erziehung zur Grausamkeit“ eindrücklich, wie die Massenpsychologie eines „Neuen Faschismus“ funktioniert. Eine kleine Lektürereflexion.Nein, ich lebe nicht falsch — deswegen indes nicht notwendigerweise richtig.
Eine Kommentierung zur philosophischen Provokation „Du lebst falsch!“ von Wilhelm Reichart.
Zum BeitragKunst und Kultur der Doxa
Christian Bermes: Meinungskrise und Meinungsbildung. Ein Lektüreeindruck.
Zum BeitragZitat 147
Wir alle besitzen ein Unbewusstes, doch unser Weg zur Einsicht in dieses Unbewusste ist bei jedem Menschen anders.
Zitat 146
Es gibt kein Heilmittel dagegen, ein Mensch zu sein.
Zitat 145
Wir haben die Zeit in Sekunden, Minuten, Stunden und Kalender zerlegt, um eine globale Ordnung zu schaffen. Manchmal verwechseln wir dieses Ordnungssystem mit der Wirklichkeit selbst.






