Wir haben die Zeit in Sekunden, Minuten, Stunden und Kalender zerlegt, um eine globale Ordnung zu schaffen. Manchmal verwechseln wir dieses Ordnungssystem mit der Wirklichkeit selbst.
Kategorie: Menschanschauung
Denkzettel 587
Eine KI kennt keine Zeit, nur Zustände. Deshalb hat sie kein Dasein.
Im Grunde ist sie existenzlos wie ein Stein: Erst der Gebrauch gibt ihm Sinn.
Und ohne Mensch o. ä. kein Gebrauch.
Denkzettel 585
Wenn man nur alles erklären könnte, was man versteht.
Denkzettel 580
Die Welt wird durch unseren Geist begrenzt. Sie selbst ist wohl grenzenlos. Wir bauen rings um uns herum einen Zaun, meinen uns einzuhegen und schließen doch nur die restliche Welt aus. Um wenigstens irgendwas uns begreifbar machen zu können.
Der Rest: Unbekannt. Sowohl der Größe als auch dem Inhalt … Weiterlesen➜
Denkzettel 579
Der Mensch hat als unvollkommen zu gelten, weil er die Vollkommenheit erfunden hat.
Die Verlegenheit vor dem Positiven
Gute Gefühle können einen in die Falle führen. Dankbarkeit und Demut gelten als Tugenden der Bescheidenheit; doch hinter ihrer alltäglichen Form verbirgt sich eine Struktur, die genauer hinsehen lässt: Sie setzen eine Hierarchie voraus, die sie selbst errichten. Der Essay fragt, welches Grundgefühl beiden zugrunde liegt — und wie man mit der Verlegenheit umgeht, die entsteht, wenn man es ohne Adressaten stehen lässt.
Denkzettel 564
Man kann immer nur aus dem Heute das Gestern, aus dem Jetzt das Vorhin, erinnern.
Vergangenheit, Erinnerung, ist also eine (Re-)Konstruktion aus einem aktuellen Moment heraus (eine Er-Innerung, könnte man wortspielerisch sagen).
Es gibt somit keine Vergangenheit ohne Gegenwart — das … Weiterlesen➜
Denkzettel 563
Man kann ehrlicherweise eigentlich nur sagen, dass jemand weitsichtig war — nicht jedoch, dass jemand weitsichtig ist.
Denkzettel 560
Was ist Denken denn anderes als das Erzählen vom eigenen Erleben?
Zitat 141
Die meisten Menschen sind im Grundverhältnis zu sich selbst Erzähler.
