Denkzettel 267

Ra­tio­na­li­tät als Grund­la­ge jeg­li­cher Mit­teil­bar­keit den­ken: Ra­tio, das Ver­hält­nis Zweier.

Dies Ver­hält­nis so­dann un­ab­hän­gig von der Be­zie­hung den­ken, die äs­the­ti­scher Na­tur sein sollte.

Re­la­tio­na­li­tät, ‚Äs­the­ti­tät‘ der Be­zie­hung, Ra­tio­na­li­tät des Ver­hält­nis­ses: Er­kennt­nis­se sind ra­tio­nal, Ur­tei­le sind äs­the­ti­scher Na­tur (sinn­li­ches Unterscheidungsvermögen).

(Der Ver­stand be­rech­net Ver­hält­nis­se, Ra­tio­na­li­tä­ten, die Ver­nunft be­ur­teilt die Er­geb­nis­se re­la­tiv: re­la­tio­nal. Der Ver­stand for­ma­li­siert oh­ne In­halt, die Ver­nunft bringt den In­halt ins Spiel.)

Denkzettel 258

Kon­fu­zi­us war es wohl, der an­merk­te, der Mensch ver­steht die Din­ge ei­gent­lich erst dann, wenn er sie tut. Das könn­te er­gänzt wer­den mit dem Ge­dan­ken, je län­ger das Ver­stan­de­ne prak­ti­ziert wird, des­to mehr wird es ver­nom­men und da­bei auf das We­sent­li­che re­du­ziert: Welt­ver­stand wan­delt sich zum ver­nünf­ti­gen Sein in und zur Welt, zur Weltgestaltung.

(Zu­min­dest wenn der Wil­le da­zu wach ist.)

Denkzettel 252

(Am Wol­len vor­bei zum Wil­len.) Dass Wol­len soll­te vom Wil­len ge­tra­gen wer­den, und nicht vom (am) Hirn mit sei­ner Gier nach En­er­gie (ab)hängen. Es lebt da­von und da­durch und kann da­von – prin­zi­pi­ell – nicht ge­nug ha­ben, das ist ei­ne Über­le­bens­stra­te­gie. Gleich­wohl ist ein Kind des Hirns, der Geist, als wohl­ver­stan­de­nes Me­ta­ver­sum des Hirns, als Ver­nunft, in der La­ge, den En­er­gie­be­darf zum Wohl des Men­schen zu re­gu­lie­ren. (Zu­cker gilt als ein En­er­gie­lie­fe­rant, und man­che wol­len ei­nen Berg da­von … verkaufen.)

Denkzettel 250

Mo­ral ver­hält sich zu Ethik wie Schön­heit zur Äs­the­tik: Ers­te­res ist em­pi­risch, letz­te­res epis­te­misch. Letz­lich ist Let­ze­res der Ver­such, Ers­te­res in ei­ne Be­re­chen­bar­keit zu brin­gen, wenn nicht gar zu zwin­gen; al­so der Ver­such, mit dem Ver­stand zu ver­ste­hen, zu ver­mes­sen, was mit der Ver­nunft ver­nom­men wird.

Doch die Ver­nunft lässt sich letzt­lich wohl nicht ver­mes­sen wie der Ver­stand; der Ver­such ist vermessen.
(Es wird wohl im­mer ein quan­ti­ta­tiv un­be­stimm­ba­rer Rest des Mo­ra­li­schen und Schö­nen blei­ben, der sich dem Ver­stand ent­zieht und des­halb nicht un­ver­nünf­tig ist.)

Denkzettel 167

Den Er­kennt­nis­grund er­schlie­ßen, das Ter­rain er­hel­len; se­hen, nicht schau­en, was zur Er­kennt­nis führt/geführt hat. Das könn­te als „rech­nen“ ver­stan­den wer­den, ei­ne Tä­tig­keit des Verstandes.
(Das Den­ken, Tä­tig­keit der Ver­nunft, schaut, wie es zur Ein­sicht kommt?)
(So könn­ten πρᾶξις (prãxis) und θεωρία (theo­ría) auch ver­stan­den werden?)