Denkzettel

Fo­to: Vol­ker Homann

… sind Auf­zeich­nun­gen ge­dank­li­cher Au­gen­bli­cke, Im­pres­sio­nen. In ei­ne kur­ze Sen­tenz wie ein Apho­ris­mus ge­setzt oder al­lein durch ein Bild zum Aus­druck ge­bracht. Es sind kei­ne Leis­tun­gen, al­so nichts aus ir­gend­wel­chen Re­geln Re­sul­tie­ren­des, Ge­schlos­se­nes oder Ge­fol­ger­tes — es sind sich er­ge­ben ha­ben­de ver(w)ortete Gedanken. 

Die Ab­sicht da­hin­ter: Ei­nen Mo­ment für ein Mo­ment erzeugen. 

Denkzettel 361

Ein Mensch soll­te von kei­ner sei­ner Iden­ti­tä­ten noch nicht-Iden­­ti­­tä­­ten be­stimmt werden.
Und auch nicht von sei­ner Wahlfreiheit.

(Be­dingt zu sein heißt noch nicht, be­stimmt zu sein. Sub­jek­te ha­ben stets die Wahl — aus dem, was sie nicht be­dingt, kön­nen sie in­des nicht wählen.)

Denkzettel 358

Ein, wenn nicht: das, Prin­zip die­ses un­se­res Kos­mos scheint wohl die Prä­fe­renz der Di­ver­si­tät vor der Uni­ver­si­tät zu sein.
(Die Be­vor­zu­gung der Un­ter­schied­lich­keit vor der Ein­heit­lich­keit — oder, pro­vo­kant: der Viel­falt vor der Ein­falt. So prak­tisch je Letz­te­res – für uns Men­schen mit … Wei­ter­le­sen➜

Denkzettel 355

Be­wusst­sein ist und „be­wusst sein“ heißt da sein, prä­sent sein, ge­gen­wär­tig sein. Ein Martin Heidegger macht aus die­sem Ver­bum ein Sub­stan­tiv und be­zeich­net den Men­schen so: Da­sein. Doch die­se Sub­stan­ti­vie­rung täuscht leicht dar­über hin­weg, das Be­wusst­sein nichts Sta­ti­sches ist, son­dern sich in … Wei­ter­le­sen➜

Denkzettel 354

„Ich“ ist ei­ne Kon­struk­ti­on, mit­tels der „Lei­den“ über­haupt erst mög­lich wird. Das Be­wusst­sein selbst kann nicht lei­den — wie das Or­gan Ge­hirn kei­nen Schmerz evo­ziert, wird an ihm her­um­ge­schnip­pelt. Um Lei­den in Er­fah­rung zu brin­gen, schafft es sich „Ich“. Ei­ne sol­che The­se kann z.B. im christ­li­chen … Wei­ter­le­sen➜

Denkzettel 353

„Ich“ als Trä­ger der vom Be­wusst­sein ge­schöpf­ten Über­zeu­gun­gen etc. den­ken. „Ich“ zu­gleich auch vom Be­wusst­sein kre­iert, zum Be­hu­fe eben die­ser Trä­ger­schaft. Wie Be­wusst­sein ei­nen Le­be­we­sen als Trä­ger hat, trägt „Ich“ die Emp­fin­dun­gen des Le­be­we­sens. Wo kein „Ich“, da kein Leid — mit­hin  … Wei­ter­le­sen➜