Man sollte verweilen bei diesem einzigartigen Augenblick, in welchem sich die Dinge die Waage halten, das Empfinden die Moral zurückweist, das Glück aus Hoffnungslosigkeit entspringt und der Geist sich auf den Leib beruft.
Kategorie: Lebenskunst
Denkzettel 540
Handle und verhalte Dich jetzt so, dass Du Dich gleich ohne Wenn und Aber akzeptieren kannst; auch und gerade dann, wenn Du über das Eben geurteilt gewollt haben wirst.
Denkzettel 538
Jede Last ist auch Material.
(Das sich anderweitig als Wert erweisen kann, wenn auch nicht muss.)
Denkzettel 537
Perfektion nicht als (nicht erreichbares) Ziel, sondern als (immerwährender) Weg.
(Perfektion ist kein Ziel, es ist ein Weg der/der Weg einer guten Vergangenheit, deren Grundlage in der Gegenwart gelegt wird.)
Denkzettel 532
„Ich kann ohne Angst nicht leben.“ (Was etwas anderes bedeutet als: „Ich kann nicht ohne Angst leben.“):
Leben ist Leiden, doch Leiden ist nicht Leben.
(Nietzscheanische Umwertung, hegelianische Entknechtung ohne Herrschaftsanspruch? — Freiheit?)
Denkzettel 531
Wer keine Angst hat, ist tot.
(Weswegen Faschistoide als Giftmischer und Faschist_innen als Totengräber gelten können.)
Denkzettel 529
Glauben heißt, das Zufällige zur Notwendigkeit zu erheben — und damit das Urteil zu fesseln.
(Es ist ein Glauben an die Notwendigkeit, nicht ein Vermuten von Kontingenz.)
Denkzettel 528
Aus der, im jähen Erleben gekeimten, Furcht eines Kindes, nicht zu sein, nicht sein zu können, wurde mit den Lebensjahren die unbekömmliche Frucht der Angst, nichts werden zu können, mithin: nichts zu sein, ein Niemand, also eigentlich gar nicht da, ohne dabei an existenzieller Brisanz zu verlieren.
Zitat 130
Will der Starke geliebt sein, so mag er seine Überlegenheit durch Grazie mildern. Will der Schwache geachtet sein, so mag er seiner Ohnmacht durch Würde aufhelfen.
Zitat 128
Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern der, welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte.