Denkzettel 561

Die en­er­ge­ti­sche Ver­sor­gung au­to­ri­ta­ris­ti­scher Sys­te­me er­folgt durch die An­nah­me, dass Jede/r Despot/in oder Tyrann/in sein will. Letz­lich geht es um Krieg al­ler ge­gen al­le, dar­um, Macht zu krie­gen, zu be­kom­men, zu er­obern, nicht um den Kampf für ei­ne mensch­li­che Welt mit we­ni­ger Grau­sam­keit  … Weiterlesen➜

Autorität und Autoritarismus: Über die Neigung zum Kippen

Orientierung kippt — wenn aus Beweglichkeit Erstarrung wird. Dieser Essay verfolgt die Spur des Kippens durch drei Felder: im Sprechen, wo die Meinung zur Über-Zeugung erstarrt; im Wünschen, wo motivierendes Momentum in Tanha umschlägt; in der Solidarität, die zur Pflicht wird, sobald sie vergisst, dass auch sie kippen kann. Mit Fromm, Arendt und Rorty wird eine Haltung skizziert, die das Kippen nicht beseitigt — aber unwahrscheinlicher macht.

Denkzettel 559

Die Au­to­ri­tät ei­nes Wor­tes ist Pri­vat­sa­che.

(Was oder wer zur Au­to­ri­tät er­nannt wird, ist ei­ne je sub­jek­ti­ve An­ge­le­gen­heit. Es exis­tie­ren kei­ner­lei ‚ob­jek­ti­ven‘ Not­wen­dig­kei­ten, die et­was oder je­man­den zur Au­to­ri­tät er­he­ben. Und: Wer sich selbst als Au­to­ri­tät iden­ti­fi­ziert, … Weiterlesen➜

Denkzettel 558

„Frei­heit“ kann of­fen­bar un­ter­schied­lich be­grif­fen wer­den: Für ei­ni­ge ist es die Über­tra­gung von Ver­ant­wor­tung auf an­de­re (sie möch­ten in ei­nem au­to­ri­tä­ren Staat le­ben, wo­mög­lich), für ei­ni­ge ist es das Wahr­neh­men von Ver­ant­wor­tung für sich selbst, nicht für an­de­re (sie möch­ten in ei­nem … Weiterlesen➜

Narziss und Echo: Zur Dialektik von Autorität und Ironie

Zwischen Selbstverliebtheit und Selbstauslöschung liegen die Extreme des Ich. Der Mythos von Narziss und Echo artikuliert diese Asymmetrie: monologische Selbstbespiegelung gegen reaktive Wiederholung. Dieser Essay überträgt die mythologische Konstellation auf politische Philosophie – Adornos autoritären Charakter und Rortys liberale Ironikerin. Während der Autoritäre seine Schwäche durch Identifikation mit Macht kompensiert, kultiviert die Ironikerin Kontingenz ohne Handlungsunfähigkeit. Eine Untersuchung demokratischer Subjektivität jenseits der pathologischen Pole.

Denkzettel 555

Der Ba­sis­plot der kom­ple­men­tä­ren Dua­li­tät des au­to­ri­tä­ren Cha­rak­ters: Die Din­ge ge­sche­hen aus Not­wen­dig­keit (Natur‚gesetze‘).

Und wenn kei­ne Not­wen­dig­keit aus­fin­dig ge­macht wer­den kann, die zum ei­ge­nen Wol­len passt und in­stru­men­ta­li­siert wer­den kann, wird ei­ne Not­wen­dig­keit … Weiterlesen➜

Denkzettel 545

Mensch­li­che Or­ga­ni­sa­tio­nen struk­tu­rie­ren sich meist durch die je ei­ge­ne, in­di­vi­du­el­le, Über- oder Un­ter­ord­nung.
So wähnt sich Mensch oft­mals als Na­tur­be­herr­scher oder un­ter­wirft sich ei­ner Na­tur­ge­walt.

Ei­ne nach­hal­ti­ge Kul­tur der Ein­ord­nung ge­lingt dem und den Men­schen im All­ge­mei­nen … Weiterlesen➜

Denkzettel 544

Die Fra­ge ist zu stel­len, ob durch ein Nar­ra­tiv des­sen „wah­rer Kern“ über­haupt erst ent­steht; sich ei­ne Po­ten­tia­li­tät, die in ei­ne Ge­schich­te hin­ein­ge­legt wird, sich durch die Er­zäh­lung ver­wirk­licht — und eben nicht dar­um her­um ei­ne Ge­schich­te, ein Mär­chen, ei­ne No­vel­le, ei­ne Mo­ral, ei­ne … Weiterlesen➜

Denkzettel 542

Po­pu­lis­ten und ‑in­nen und al­le da­zwi­schen und au­ßer­halb, sind Bau­ern­de: Sie be­wirt­schaf­ten das Feld der Dümm­lich­keit. Sie ma­chen, was ei­ne Na­tur­bra­che, un­kul­ti­vier­tes Ge­biet, sein und zur (Re-)Generation der Viel­falt die­nen soll­te, frucht­bar. Sie pflü­gen mit Angst, eg­gen mit Gleich­gül­tig­keit, … Weiterlesen➜