Die energetische Versorgung autoritaristischer Systeme erfolgt durch die Annahme, dass Jede/r Despot/in oder Tyrann/in sein will. Letzlich geht es um Krieg aller gegen alle, darum, Macht zu kriegen, zu bekommen, zu erobern, nicht um den Kampf für eine menschliche Welt mit weniger Grausamkeit … Weiterlesen➜
Kategorie: Gesellschaft
Autorität und Autoritarismus: Über die Neigung zum Kippen
Orientierung kippt — wenn aus Beweglichkeit Erstarrung wird. Dieser Essay verfolgt die Spur des Kippens durch drei Felder: im Sprechen, wo die Meinung zur Über-Zeugung erstarrt; im Wünschen, wo motivierendes Momentum in Tanha umschlägt; in der Solidarität, die zur Pflicht wird, sobald sie vergisst, dass auch sie kippen kann. Mit Fromm, Arendt und Rorty wird eine Haltung skizziert, die das Kippen nicht beseitigt — aber unwahrscheinlicher macht.
Denkzettel 559
Die Autorität eines Wortes ist Privatsache.
(Was oder wer zur Autorität ernannt wird, ist eine je subjektive Angelegenheit. Es existieren keinerlei ‚objektiven‘ Notwendigkeiten, die etwas oder jemanden zur Autorität erheben. Und: Wer sich selbst als Autorität identifiziert, … Weiterlesen➜
Denkzettel 558
„Freiheit“ kann offenbar unterschiedlich begriffen werden: Für einige ist es die Übertragung von Verantwortung auf andere (sie möchten in einem autoritären Staat leben, womöglich), für einige ist es das Wahrnehmen von Verantwortung für sich selbst, nicht für andere (sie möchten in einem … Weiterlesen➜
Narziss und Echo: Zur Dialektik von Autorität und Ironie
Zwischen Selbstverliebtheit und Selbstauslöschung liegen die Extreme des Ich. Der Mythos von Narziss und Echo artikuliert diese Asymmetrie: monologische Selbstbespiegelung gegen reaktive Wiederholung. Dieser Essay überträgt die mythologische Konstellation auf politische Philosophie – Adornos autoritären Charakter und Rortys liberale Ironikerin. Während der Autoritäre seine Schwäche durch Identifikation mit Macht kompensiert, kultiviert die Ironikerin Kontingenz ohne Handlungsunfähigkeit. Eine Untersuchung demokratischer Subjektivität jenseits der pathologischen Pole.
Denkzettel 555
Der Basisplot der komplementären Dualität des autoritären Charakters: Die Dinge geschehen aus Notwendigkeit (Natur‚gesetze‘).
Und wenn keine Notwendigkeit ausfindig gemacht werden kann, die zum eigenen Wollen passt und instrumentalisiert werden kann, wird eine Notwendigkeit … Weiterlesen➜
Zitat 137
Alles hat heutzutage einen Gipfel erreicht, aber die Kunst, sich geltend zu machen, den höchsten.
Denkzettel 545
Menschliche Organisationen strukturieren sich meist durch die je eigene, individuelle, Über- oder Unterordnung.
So wähnt sich Mensch oftmals als Naturbeherrscher oder unterwirft sich einer Naturgewalt.
Eine nachhaltige Kultur der Einordnung gelingt dem und den Menschen im Allgemeinen … Weiterlesen➜
Denkzettel 544
Die Frage ist zu stellen, ob durch ein Narrativ dessen „wahrer Kern“ überhaupt erst entsteht; sich eine Potentialität, die in eine Geschichte hineingelegt wird, sich durch die Erzählung verwirklicht — und eben nicht darum herum eine Geschichte, ein Märchen, eine Novelle, eine Moral, eine … Weiterlesen➜
Denkzettel 542
Populisten und ‑innen und alle dazwischen und außerhalb, sind Bauernde: Sie bewirtschaften das Feld der Dümmlichkeit. Sie machen, was eine Naturbrache, unkultiviertes Gebiet, sein und zur (Re-)Generation der Vielfalt dienen sollte, fruchtbar. Sie pflügen mit Angst, eggen mit Gleichgültigkeit, … Weiterlesen➜

