Denkzettel 558

„Frei­heit“ kann of­fen­bar un­ter­schied­lich be­grif­fen wer­den: Für ei­ni­ge ist es die Über­tra­gung von Ver­ant­wor­tung auf an­de­re (sie möch­ten in ei­nem au­to­ri­tä­ren Staat le­ben, wo­mög­lich), für ei­ni­ge ist es das Wahr­neh­men von Ver­ant­wor­tung für sich selbst, nicht für an­de­re (sie möch­ten in ei­nem … Weiterlesen➜

Narziss und Echo: Zur Dialektik von Autorität und Ironie

Zwischen Selbstverliebtheit und Selbstauslöschung liegen die Extreme des Ich. Der Mythos von Narziss und Echo artikuliert diese Asymmetrie: monologische Selbstbespiegelung gegen reaktive Wiederholung. Dieser Essay überträgt die mythologische Konstellation auf politische Philosophie – Adornos autoritären Charakter und Rortys liberale Ironikerin. Während der Autoritäre seine Schwäche durch Identifikation mit Macht kompensiert, kultiviert die Ironikerin Kontingenz ohne Handlungsunfähigkeit. Eine Untersuchung demokratischer Subjektivität jenseits der pathologischen Pole.

Denkzettel 555

Der Ba­sis­plot der kom­ple­men­tä­ren Dua­li­tät des au­to­ri­tä­ren Cha­rak­ters: Die Din­ge ge­sche­hen aus Not­wen­dig­keit (Natur‚gesetze‘).

Und wenn kei­ne Not­wen­dig­keit aus­fin­dig ge­macht wer­den kann, die zum ei­ge­nen Wol­len passt und in­stru­men­ta­li­siert wer­den kann, wird ei­ne Not­wen­dig­keit … Weiterlesen➜

Denkzettel 545

Mensch­li­che Or­ga­ni­sa­tio­nen struk­tu­rie­ren sich meist durch die je ei­ge­ne, in­di­vi­du­el­le, Über- oder Un­ter­ord­nung.
So wähnt sich Mensch oft­mals als Na­tur­be­herr­scher oder un­ter­wirft sich ei­ner Na­tur­ge­walt.

Ei­ne nach­hal­ti­ge Kul­tur der Ein­ord­nung ge­lingt dem und den Men­schen im All­ge­mei­nen … Weiterlesen➜

Denkzettel 544

Die Fra­ge ist zu stel­len, ob durch ein Nar­ra­tiv des­sen „wah­rer Kern“ über­haupt erst ent­steht; sich ei­ne Po­ten­tia­li­tät, die in ei­ne Ge­schich­te hin­ein­ge­legt wird, sich durch die Er­zäh­lung ver­wirk­licht — und eben nicht dar­um her­um ei­ne Ge­schich­te, ein Mär­chen, ei­ne No­vel­le, ei­ne Mo­ral, ei­ne … Weiterlesen➜

Denkzettel 542

Po­pu­lis­ten und ‑in­nen und al­le da­zwi­schen und au­ßer­halb, sind Bau­ern­de: Sie be­wirt­schaf­ten das Feld der Dümm­lich­keit. Sie ma­chen, was ei­ne Na­tur­bra­che, un­kul­ti­vier­tes Ge­biet, sein und zur (Re-)Generation der Viel­falt die­nen soll­te, frucht­bar. Sie pflü­gen mit Angst, eg­gen mit Gleich­gül­tig­keit, … Weiterlesen➜

Denkzettel 527

Die Fra­ge „Was bin ich wert?“ mal als Aus­druck ma­ni­fes­ter nietz­schea­ni­scher Skla­ven­mo­ral ver­stan­den: Wer auf der da­zu an­de­ren Sei­te der Her­ren­mo­ral steht, hat(te) das Glück, dass ihn/sie die­se Fra­ge nie in den Sinn kam, mehr noch: gar nicht in den Sinn kom­men konn­te. Des­halb wird die­se Fra­ge von ei­ni­gen … Weiterlesen➜

Denkzettel 526

Es sind wohl nicht we­ni­ge, die In­di­vi­dua­li­tät für den an­ar­chi­schen Ge­gen­spie­ler des So­zia­len se­hen. Und nicht, wie viel­leicht ei­ni­ge we­ni­ge an­de­re, als Ba­sis al­len so­zia­len Agie­rens.
(Nur weil für Ers­te­res ei­ne Mehr­heit an­ge­nom­men wird, macht es die­se Ein­stel­lung nicht rich­tig, die … Weiterlesen➜