„Freiheit“ kann offenbar unterschiedlich begriffen werden: Für einige ist es die Übertragung von Verantwortung auf andere (sie möchten in einem autoritären Staat leben, womöglich), für einige ist es das Wahrnehmen von Verantwortung für sich selbst, nicht für andere (sie möchten in einem … Weiterlesen➜
Kategorie: Gesellschaft
Narziss und Echo: Zur Dialektik von Autorität und Ironie
Zwischen Selbstverliebtheit und Selbstauslöschung liegen die Extreme des Ich. Der Mythos von Narziss und Echo artikuliert diese Asymmetrie: monologische Selbstbespiegelung gegen reaktive Wiederholung. Dieser Essay überträgt die mythologische Konstellation auf politische Philosophie – Adornos autoritären Charakter und Rortys liberale Ironikerin. Während der Autoritäre seine Schwäche durch Identifikation mit Macht kompensiert, kultiviert die Ironikerin Kontingenz ohne Handlungsunfähigkeit. Eine Untersuchung demokratischer Subjektivität jenseits der pathologischen Pole.
Denkzettel 555
Der Basisplot der komplementären Dualität des autoritären Charakters: Die Dinge geschehen aus Notwendigkeit (Natur‚gesetze‘).
Und wenn keine Notwendigkeit ausfindig gemacht werden kann, die zum eigenen Wollen passt und instrumentalisiert werden kann, wird eine Notwendigkeit … Weiterlesen➜
Zitat 137
Alles hat heutzutage einen Gipfel erreicht, aber die Kunst, sich geltend zu machen, den höchsten.
Denkzettel 545
Menschliche Organisationen strukturieren sich meist durch die je eigene, individuelle, Über- oder Unterordnung.
So wähnt sich Mensch oftmals als Naturbeherrscher oder unterwirft sich einer Naturgewalt.
Eine nachhaltige Kultur der Einordnung gelingt dem und den Menschen im Allgemeinen … Weiterlesen➜
Denkzettel 544
Die Frage ist zu stellen, ob durch ein Narrativ dessen „wahrer Kern“ überhaupt erst entsteht; sich eine Potentialität, die in eine Geschichte hineingelegt wird, sich durch die Erzählung verwirklicht — und eben nicht darum herum eine Geschichte, ein Märchen, eine Novelle, eine Moral, eine … Weiterlesen➜
Denkzettel 542
Populisten und ‑innen und alle dazwischen und außerhalb, sind Bauernde: Sie bewirtschaften das Feld der Dümmlichkeit. Sie machen, was eine Naturbrache, unkultiviertes Gebiet, sein und zur (Re-)Generation der Vielfalt dienen sollte, fruchtbar. Sie pflügen mit Angst, eggen mit Gleichgültigkeit, … Weiterlesen➜
Denkzettel 531
Wer keine Angst hat, ist tot.
(Weswegen Faschistoide als Giftmischer und Faschist_innen als Totengräber gelten können.)
Denkzettel 527
Die Frage „Was bin ich wert?“ mal als Ausdruck manifester nietzscheanischer Sklavenmoral verstanden: Wer auf der dazu anderen Seite der Herrenmoral steht, hat(te) das Glück, dass ihn/sie diese Frage nie in den Sinn kam, mehr noch: gar nicht in den Sinn kommen konnte. Deshalb wird diese Frage von einigen … Weiterlesen➜
Denkzettel 526
Es sind wohl nicht wenige, die Individualität für den anarchischen Gegenspieler des Sozialen sehen. Und nicht, wie vielleicht einige wenige andere, als Basis allen sozialen Agierens.
(Nur weil für Ersteres eine Mehrheit angenommen wird, macht es diese Einstellung nicht richtig, die … Weiterlesen➜
