Denkzettel 464

Viel­leicht ist es gar nicht der Geist, der er­kennt­nis­fä­hig ist. Viel­leicht ist das Geis­ti­ge nur das Me­di­um, das Er­kennt­nis dem Be­wusst­sein ver­mit­telt?

Doch was sorgt für Er­kennt­nis? Der Leib, als ein Zwi­schen von In­nen und Au­ßen? Dann wä­re es der Leib, der die Dif­fe­renz – oh­ne die ‚Welt‘ für uns viel­leicht nur ein ne­bu­lö­ser Klum­pen im Hirn wä­re – ver­wirk­licht. Der Geist ern­tet dann ‚nur‘.

Denkzettel 456

Phi­lo­so­phie, in ei­ner Kul­tur von Wahr­heit und Wis­sen, er­setzt die Theo­lo­gie mit ih­rem Gott und das aus die­ser Idee Ge­bo­te­ne, in Hin­sicht auf die Min­de­rung von Un­si­cher­heit des frei han­deln kön­nen­den Le­be­we­sens. So er­setzt wird das Phi­lo­so­phi­sche letzt­lich auch ein au­to­ri­tä­rer Akt, der al­ler­dings bes­ser be­gründ­bar ist.

Denkzettel 453

Phi­lo­so­phie ist ei­ne Aus­ge­stal­tung mensch­li­cher geis­ti­ger Tä­tig­keit un­ter an­de­ren, nicht die ei­ne wah­re, gu­te, schö­ne.
(Die­ses Geis­ti­ge grün­det nicht in et­was ihm Tran­szen­den­ten — es ist dem Men­schen im­ma­nent. Und wenn es doch in ei­ner Jen­sei­tig­keit grün­den soll­te, dann eben in die­ser im­ma­nen­ten. Und das me­ta­phy­si­sche Be­dürf­nis ist be­frie­digt.)

Denkzettel 452

Wenn die Wür­de (des Men­schen) un­an­tast­bar ist, ist sie be­din­gungs­los — zu ge­wäh­ren? Wie zeigt sie sich? Wie fühlt sie sich an? Wie fühlt sie sich für ei­nen 99-jäh­ri­gen an, wie für ei­ne 0,00099-jährige?

Ist sie zu ge­wäh­ren, wird al­so ver­ge­ben, oder doch zu ach­ten, kommt ei­nem Le­be­we­sen qua Na­tur zu wie sei­ne kör­per­li­che Er­schei­nung?

Denkzettel 447

Bo­dy­buil­ding ist wie Au­ßen­ar­chi­tek­tur; von der ‚Mei­ße­lung‘ des Kör­pers wird da wohl auch ge­re­det.
Kyu­do ist wie In­nen­ar­chi­tek­tur; als sä­ße der Stein­metz in der Skulp­tur und be­ar­bei­te sie von in­nen, gibt ihr auch dort ein Bild, ei­ne Ge­stalt.
Doch es sei be­dacht: Der Kör­per im­pli­ziert ein In­nen & Au­ßen — der Geist wohl eher nicht.