Denkzettel 292

Viel­leicht soll­te nicht phi­lo­so­phiert („ge­dacht“) wer­den, um ein Pro­blem zu lö­sen (da ist „Rech­nen“ wohl weit­aus bes­ser ge­eig­net), son­dern um zu schau­en, was ist. Ob es über­haupt ein Pro­blem gibt.
(An­zu­den­ken wä­re, ob sol­che Form schau­en­den, re­flek­tie­ren­den Den­kens mit dem Verb „sin­nie­ren“ nicht ad­äqua­ter re­prä­sen­tiert ist. Und, bei­läu­fig, ob, wer dies mit ei­ner ge­wis­sen Lei­den­schaft und da­zu ernst­haft be­treibt, das Verb zur Welt bringt, so­zu­sa­gen, durch­aus als „Sin­ne­ast“ be­zeich­net wer­den könnte.) 

Denkzettel 289

Ra­tio­na­li­tät — der kleins­te ge­mein­sa­me Nen­ner man­nig­fal­ti­ger Denkar­ten und ‑wei­sen?

(Und dem ent­spre­chend schwach auf der Brust, wenn’s um’s kon­kre­te Le­ben ei­nes Sub­jek­tes geht…)

Aus­ge­ar­tet zu ei­nem Ra­tio­na­lis­mus kann sie dann al­ler­dings zum al­les be­stim­men wol­len­den Zäh­ler mutieren.

Denkzettel 286

Aus der Pra­xis der Lo­gik fließt et­was zu­rück in der Theo­rie der Lo­gik. Vom Ver­stand geht et­was zu­rück auf die Ver­nunft. (Wech­sel­wir­kung.)
Die Fra­ge ist: Ist Lo­gik ei­ne äs­the­ti­sche Ka­te­go­rie? Hat sie ih­ren Grund nicht in Ver­stand oder Ver­nunft son­dern zeigt sich dort lediglich?
(Wir sa­gen ja auch: „Ist doch lo­gisch!“ und mei­nen da­mit, dass et­was für uns nach­voll­zieh­bar ist, was sich ja ir­gend­wie an­fühlt — oh­ne ei­ne Re­gel ei­ner Lo­gik an­ge­wen­det oder ei­nen Syl­lo­gis­mus ge­bil­det zu haben.)

Denkzettel 270

Oh­ne den Kör­per, hät­te das, was wir ger­ne als „See­le“ be­zeich­nen, kein Zun­ge. Sie wä­re stumm.

Könn­ten wir oh­ne Kör­per von der „See­le“ et­was wissen?
Könn­te die­se „See­le“ oh­ne Kör­per von sich wissen?
Doch auch: Hät­te der Kör­per oh­ne „See­le“ ei­ne Ver­nah­me sei­ner selbst?

(Die „See­le“: Ein Or­gan des Körpers.)

Denkzettel 268

Vom Kon­kre­ten sich lö­sen, al­so all­ge­mein wer­den, oh­ne ins For­ma­lis­ti­sche zu fal­len: Ly­ri­sches Den­ken? Kunst.

(Den­noch gibt es ly­ri­sche Tech­ni­ken, wie das Wort „Ly­rik“ es heut­zu­ta­ge ver­mag an­mut­bar zu ma­chen. Und ge­wiss auch „Ly­ri­kis­mus“.)

(Wes­halb soll­te das ly­ri­sche Ver­mes­sen der Welt hin­sicht­lich dem Spre­chen über All­ge­mei­nes we­ni­ger ex­akt sein als das begriffliche?)