Das Schöne ist das, was man nicht verändern wollen kann.
Schlagwort: Das Schöne
Denkzettel 331
Das Wahre, Gute, Schöne wie auch das Böse und anderes mehr existieren lediglich als Konzepte in unseren Köpfen; es sind keine ontologischen Entitäten wie Bäume, Steine, Blumenkübel. Und so gibt es nichts Wahres, Gutes, Schönes, Böses etc. Was wir hingegen empirisch beobachten können ist Wahrartigkeit, Gutartigkeit, Schönartigkeit, Bösartigkeit. etc. (oder auch solcherlei ‑haftigkeiten).
Wie nun ein Verhalten oder Handeln kategorisiert wird, hängt dann eben vom Konzept ab — und absolute, universelle Konzepte gibt es nicht. Denn dann wären es ontologische Entitäten. Wie Gartenstühle.
(Die Konzepte könnte man als Qualitäten bezeichnen.)
Denkzettel 250
Moral verhält sich zu Ethik wie Schönheit zur Ästhetik: Ersteres ist empirisch, letzteres epistemisch. Letzlich ist Letzeres der Versuch, Ersteres in eine Berechenbarkeit zu bringen, wenn nicht gar zu zwingen; also der Versuch, mit dem Verstand zu verstehen, zu vermessen, was mit der Vernunft vernommen wird.
Doch die Vernunft lässt sich letztlich wohl nicht vermessen wie der Verstand; der Versuch ist vermessen.
(Es wird wohl immer ein quantitativ unbestimmbarer Rest des Moralischen und Schönen bleiben, der sich dem Verstand entzieht und deshalb nicht unvernünftig ist.)
Denkzettel 249
Wenn, wie Ludwig Wittgenstein es gesehen hat, die Epistemen Ethik und Ästhetik eins sind, dann auch ihre empirischen Gründe, das Moralische und das Schöne.
Zitat 47
Das Schöne ist eine Manifestation geheimer Naturgesetze, die uns ohne dessen Erscheinung ewig wären verborgen geblieben.
Denkzettel 181
Man könnte schon der Versuchung erliegen, im Wahren, Guten und Schönen letztlich die gesamte Philosophie als Erkenntnistheorie, Ethik und Ästhetik zu entdecken und die drei Kritiken Kants, die der reinen Vernunft, die der praktischen Vernunft und die der Urteilskraft, so zuzuordnen. Wie nun ist Kants Frage »Was darf ich hoffen?« jedoch ästhetisch aufzufassen, während doch »Was kann ich wissen?« und »Was soll ich tun?« eindeutig der Erkenntnis und Ethik zuordenbar sind? Doch vielleicht ist diese Frage schlicht eine nach Bestimmbarkeit, nach Sinn — und damit eine ästhetische. Denn geht es in der Ästhetik denn nicht um Wahr-Nehmung? Das, was wir als wahr bestimmen können, also: anzunehmen berechtigt sind? Eben: hoffen dürfen. Also um (ge)rechte Urteile?
(Vielleicht wird es sich ja einmal erweisen können, dass Kants Frage »Was ist der Mensch?« die Frage nach dem Offenen und die eigentlich religiöse ist. Fragt sie, so gestellt, doch nach Verlässlichem, nach dem, woran sich angebunden werden kann: Das Wahre, das Gute, das Schöne, das Offene? (Vom Ganzen kann ja letztlich nur geschwiegen werden.))