Fortschritt & Rückschritt

Ist Stillstand unmöglich?

Der Zukunftsglaube ist ungebrochen, der Kapitalismus und auch die in dieser Wirtschaftsform lebende Gesellschaft sind in einer Hinsicht ungemein sozialistisch: Das Morgen ist immer besser als das Heute. Eher konservative Naturen fügen noch hinzu: „Und früher war die Zukunft auch besser!“. Ungebrochenes Wachstum, bis in die höchsten Höhen hinauf und noch darüber. Die Parteizeitung der SPD heißt „Vorwärts“ – und das Gebetsbuch des Kapitalismus „Wachstum“.

Heißt also „Vorwärts“ automatisch „Wachstum“, in welcher Hinsicht auch immer? Was bringt uns der Fortschritt? Was ist das überhaupt? Wo kommt er eigentlich her? Und wenn Søren Kierkegaard sagte, das Leben müsse vorwärts gelebt und rückwärts verstanden werden, was heißt denn das für zukünftige Vergangenheiten? Sieht man nicht mehr, umfassender, weiter, wenn man mal ein paar Schritte zurücktritt? Verengt der Blick in die Zukunft mit steigender Ferne nicht das Sichtfeld? Und wie steht es eigentlich um die Gegenwart, diese Türangel zwischen Vergangenheit und Zukunft? Und ganz profan gefragt: Kann ein Rückschritt ein Fortschritt, ein Fortschritt ein Rückschritt sein?

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Die textliche Repräsentation des Abends:

Zum inzwischen elften Mal fanden sich Philosophieinteressierte in Landau in der Pfalz zum Philosophischen Zirkus zusammen. Zu Gast war Nicola Mirkovic, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Koblenz-Landau am Institut für Philosophie des Campus Landau. „Fortschritt & Rückschritt“ lautetet das Thema und es zeigte sich als doch sehr anspruchsvoll und einer Alltagsphilosophie nicht so leicht zugänglich wie auf den ersten Blick hin gemeint werden könnte. Der Abend war geprägt von reger Diskussion, in der die Schwierigkeiten der allgemeinen Fassbarkeit des Themas durchaus sichtbar wurden. Zuweilen konnte der Eindruck entstehen, das Thema sei sperrig oder widerständig. Als erste Frage tauchte auf, inwieweit eine Aktion wie die des Streetart-Künstlers Bansky als fortschrittlich angesehen werden kann. Gemeint ist die teilweise „Zerstörung“ eines seiner Kunstwerke auf Papier unmittelbar nach der Versteigerung vor den Augen der anwesenden Bieter/innen durch einen im Rahmen eingebauten Schredder. Plädierte doch wohl schon Richard Wagner dafür, ... Weiterlesen

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